Jubiläum Nur vier Verkehrswachten in Bayern haben sich an die Aufgabe gewagt, eine Jugendorganisation ins Leben zu rufen und damit auch am Ball zu bleiben.

Mit hunderten von Einsatzstunden reif für die Beförderung: v.l. Florian Zeidler, Tobias Rothaug, Steffi Zeuner, Denis Weingart, Theresa Kräußlein und Sebastian Straubel. Foto: Gabi Bertram
Die Kreisverkehrswacht Coburg gehört dazu und zu den Pionieren der ersten Stunde Klaus-Dieter Zerwes, Siegfried Mühldorfer, Herbert Heidenreich und Sebastian Straubel. Das war 1998, und seitdem wurden rund 46.000 ehrenamtliche Einsatzstunden geleistet und 222 Jugendliche als Verkehrshelfer ausgebildet.
Am Samstag wurde 10jähriges Jubiläum gefeiert. Zum Festakt in der Volksschule Untersiemau erwiesen Staatssekretär Jürgen W. Heike, Dr. Carl-Christian Dressel, MdB, Landrat Michael C. Busch, Udo Skrypczak, Leiter der Polizeidirektion Coburg, Norbert Tessmer, 2. Bürgermeister der Stadt Coburg, Günther Fuchs, Vizepräsident der Landesverkehrswacht Bayern, und Wolfgang Goeken, Bundesjugendsprecher in der Deutschen Verkehrswacht, den Verkehrskadetten von Stadt und Landkreis ihre Referenz.
Mit der Intention, Jugendliche frühzeitig an die Verkehrssicherheitsarbeit heranzuziehen und Verantwortung bei der Verkehrssicherung und Verkehrserziehung zu übertragen, begann im November 1998 im Jugendheim Weinberg mit 23 jungen Leuten der erste Coburger Ausbildungslehrgang. „Strubbi“, alias Sebastian Straubel, ließ diese aufregende Zeit der neuen Herausforderungen ganz persönlich Revue passieren. Den ersten Einsatz absolvierten die frischgebackenen Verkehrskadetten nach bestandener theoretischer und praktischer Prüfung beim Gaudi-Wurm im Februar 1999 in Coburg. Seitdem sind die Verkehrskadetten bei großen Veranstaltungen nicht mehr wegzudenken. Sie helfen und sichern bei Märkten, Konzerten, Festen, bei großen Jubiläumsveranstaltungen, Turnieren und beim Samba-Fest, leisten Theaterparkdienste am Schlossplatz. Die Mädels und Jungen in gelb sind Orientierungshilfe für Veranstaltungsbesucher, unterstützen Verkehrssicherheitsaktionen und entlasten die Polizei bei Großveranstaltungen. Ein ehrenamtlicher Dienst, der teuer kommen würde, müsste man ihn als Dienstleistung bezahlen. Aber nicht nur die engagierte ehrenamtliche Arbeit wurde von den Ehrengästen gewürdigt, auch den Teamgeist und die Kameradschaft bei den Verkehrskadetten, die im sinnvollen Dienst für die Gemeinschaft Freunde fürs Leben geworden sind. 76 aktive Jugendliche gehören heuer den Verkehrskadetten an. Sie leisten in zwei Zügen mit ihren Zugführern Theresa Kräußlein und Philipp Greiner-Petter unter der Ägide des Einsatzleiters Sebastian Straubel und seines Vize Fabian Feuer ihren verantwortungsvollen Dienst.
In seiner Festrede lobt Staatssekretär Jürgen W. Heike den Feuereifer, mit dem die jungen Leute bei Verkehrssicherheit und –sicherung, bei Unfallverhütung und Verkehrserziehung dabei sind. Die vergangenen zehn Jahre seien eine vorbildliche Erfolgsgeschichte. Unzählige Ausbildungsstunden und Einsätze zeugten von hohem Engagement der uniformierten Verkehrshelfer und davon, dass Jugendliche durchaus bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Heike appellierte an alle, sich in solchen Einsatz für die Gesellschaft einzubringen, sei es als Schulweghelfer oder Schulbusbegleiter, um Verkehrssicherheit für die Schwächeren als gemeinsame Aufgabe umzusetzen.
Für Hunderte von Stunden Dienst beförderte Klaus-Dieter Zerwes Tobias Rothaug (384 Stunden) und Florian Zeidler (408) zu Hauptverkehrskadetten, Theresa Kräußlein (656) und Denis Weingart (616) zu Untergruppenleitern, Steffi Zeuner (1480) zum Hauptgruppenleiter und den „Mann der ersten Stunde“ Sebastian Straubel (1846) zum 1. Hauptgruppenleiter. Die Verkehrskadetten bedankten sich ihrerseits bei den Pionieren der Jugendorganisation Klaus-Dieter Zerwes, Siegfried Mühldorfer, den ehemaligen Leiter der PD Coburg, beim Gründungsmitglied Marc Barocke, der seinen Berufsweg bei der Polizei eingeschlagen hat, bei Herbert Heidenreich und Sebastian Straubel. Musikalische und tänzerische Glückwünsche zum Jubiläum überbrachten das Jugendblasorchester Coburg, Janina Frankenberger und Florian Schnappauf als Instrumentalisten sowie die Tanzgruppe „Sweeties“ vom TSV Scherneck.

Die Pioniere der Verkehrskadetten im Landkreis Coburg: v.l. Siegfried Mühldorfer, Marc Barocke, Herbert Heidenreich, Klaus-Dieter Zerwes und Sebastian Straubel.